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Ästhetik, Aisthesis und Medien der Verkörperung. Eine andere Geschichte der Verkörperung

Die gegenwärtige Forschung zahlreicher Disziplinen wird in vielen ihrer Felder dominiert von Themen und Fragenstellungen, deren Grundlage als „Verkörperung“ gekennzeichnet wird. Der Ansatz der Verkörperung substituiert den Cartesianischen Dualismus, d.h. die ontologische Differenzierung zwischen Seele, Geist und Körper durch eine Konzeption von Kognition als verkörperten und situierten Prozess.

Dieser Paradigmenwechsel, der sich als den Problemen gegenwärtiger Forschungsfragen angemessen zeigt, ist qua Bedingung interdisziplinär angelegt. Felder wie Kunst-, Kognitions- oder Neurowissenschaften treffen sich in der Frage nach der Verbindung von einerseits phänomenalen und kognitiven und andererseits körperlichen und neuronalen Prozessen.

Die aktuelle Verkörperungsforschung benötigt dringend die Entwicklung und Anwendung einer phänomenologisch basierten Methodologie, welche auf die Erforschung der Relation zwischen dem erkennenden Individuum und seinem Medium fokussiert ist. Dies soll im Rahmen des Projektes „Aesthetic, Aisthesis and the Media of Embodiment“ realisiert werden. Mit der Konzentration auf Ästhetik, Aisthesis und Medien der Verkörperung kommen daher gänzlich andere Fragen in den Blick.

Unter dem Aspekt der Ästhetik geht es darum zu erforschen, wie und mit welchen Erscheinungsformen Verkörperung sich überhaupt ereignet. Der Aspekt der Aisthesis soll klären, wie etwas sinnlich erfahrbar und fühlbar wird und wie dieser Prozess wiederum wahrgenommen werden kann. Medium wird für dieses Forschungsprojekt in doppelter Perspektive verhandelt: zunächst verstehen wir die Sinne als ‚Durchgangsort‘, also als Medium – um zu zeigen, daß es genau die Sinneserfahrung ist „wodurch es die Gegenstände überhaupt erst gibt“ (Maurice Merleau-Ponty: 1994, S. 51). Dann jedoch führen wir diesen klassischen phänomenologischen Ansatz, wie er von Merleau-Ponty zuerst formuliert wurde, weiter, um die Bedeutung der Künste für das Verständnis von Verkörperungstheorien zu erläutern: Medium sind für uns nicht nur die Sinne selbst, die ein Verständnis von Welt ermöglichen, sondern sie sind wiederum an Medien der Verkörperung gebunden, wie etwa Objekte, Szenen und Szenarien der Kunst.

Allgemeiner Gegenstand dieses Forschungsprojekts ist der Konstitutionsprozess des phänomenalen Raums und des Subjekts, um die Ästhetik und Aisthesis der Verkörperung zu klären. Der Begriff „phänomenaler Raum“ bezeichnet hier (in Abgrenzung zum objektiv messbaren Raum) somit eine bewusste, sinngeprägte Instanz, die im Prozess des Erfahrens entsteht und durch ihre Entstehung den topologischen Rahmen dieses Prozesses bildet.

Ästhetik, Aisthesis und Medium sollen für das Projekt als Leitkategorien zu verstehen helfen, was Denken, was Wahrnehmen überhaupt heißt. Das Projekt will die Frage klären, wie Erscheinung, Wahrnehmung und Transformation der Verkörperung zu beschreiben sind, wenn es gegeben ist, daß die Frage, was wie verkörpert wird erst durch den Akt/Prozeß des embodiment selbst entsteht.

 

Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Sabine Flach, Institut für Kunstgeschichte, Uni Graz

 

Univ.-Prof. Dr. Sabine Flach: Über das Verhältnis von Körper und Bild in Videoinstallationen

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr.phil.

Sabine Flach

Institut für Kunstgeschichte

Universitätsplatz 3/II
8010 Graz

Telefon:+43 316 380 - 2400

Donnerstag 15:00 - 16:00 Uhr

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