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Ästhetische Theorie der Kunst und Kunst als Ästhetische Theorie - The Politics of Taste and Style

Das Forschungsfeld “Ästhetische Theorie der Kunst und Kunst als Ästhetische Theorie – The Politics of Taste and Style” soll ein Desiderat schließen, das sich vorallem in Hinblick auf die verstärkte Interdisziplinarität zwischen Künsten, Geistes- und Kognitionswissenschaften zeigt: die evidente Bedeutung der klassischen Kunst und kunsttheoretischer Felder von Geschmack und Stil. Mit einer erneuten Aufmerksamkeit auf der Bedeutung der Sinne, Emotionen und sinnlichen Vermögen für kognitionswissenschaftliche Fragestellungen erlangen Vermögen erneute Aktualität, die tradierter Weise zu den ‚schönen Künsten‘ oder Geisteswissenschaften zählen. Jedoch: Wenn die Kognitions- und Neurowissenschaften die Interaktion von Sinnesvermögen im Hinblick auf bewußte und unbewußte Wahrnehmungsprozesse untersuchen, wenn die klassische Distinktion der Sinne infragegestellt wird und umfassendere Sinnesfunktionen und Konzepte favorisiert werden, wenn auf der documenta 11 El Buri als Kunstwerk ausgestellt wird und Kochen somit ein künstlerischer Prozeß ist, dann gilt es auch, ästhetische Kategorien zu analysieren und ihre Relevanz für eine Gegenwartskultur zu betonen. Es scheint, daß insbesondere die Kategorien Geschmack und Stil sowohl in ihrer Historizität als auch in ihrer gegenwärtigen Bedeutung akzentuiert werden müssen.  Geschmack und Stil entwickelten sich seit der Aufklärung parallel zu einer Infragestellung solcher Autoritäten wie Tradition und Institution. Der emanzipatorische Gehalt beider ästhetischer Kategorien liegt in der Bedeutung individueller Verantwortung für Wertentscheidungen generell und somit gehen beide weit über die bloße Bedeutung eines Sinns für das ‚objektiv‘ ästhetisch Schöne hinaus, vielmehr geht es darum zu erkennen, daß unterschiedliche Typen eines Habitus durch Geschmack in sich kohärente Lebensstile erzeugen. Neben also der Verbindung zum Gaumen bestehen die Bedeutung von Geschmack und Stil vorallem im Hinblick auf Urteilskraft, Empfindungsvermögen als dem ‚sentiment‘, der ‚politeness‘ sowie einem moralischen und ethischen Vermögen und konstituieren damit ein ästhetisches Subjekt völlig neu.  Auch die Distinktion zwischen einem Expertengeschmack und Kollektivstil und einem Individualstil bzw. Privatgeschmack muß unter den gegenwärtigen Bedingungen neu analysiert werden. Die scheint  besondere Erkenntnisgewinne zu versprechen, weil sich somit nicht nur die – klassischen – Konzepte von Produktions- und Rezeptionsästhetik einer Revision unterziehen lassen, sondern ebenso sehr die phänomenologische Bedeutung von Geschmack und Stil analysiert werden kann. Vielmehr noch. Ist davon auszugehen, daß insbesondere die Kunstgeschichte signifikante Aussagen über die Historizität und Aktualität von Geschmack und Stil zu geben vermag, lassen sich insbesondere hier Untersuchungen dazu anstellen, ob etwa Geschmack als ein Sinn verstanden werden sollte und ob Geschmack – im Sinne Gadamers ‚Wahrheit und Methode‘ tatsächlich noch oder wieder als humanistischer Leitbegriff gelten kann.

 

Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Sabine Flach, Institut für Kunstgeschichte, Uni Graz

 

 

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr.phil.

Sabine Flach

Institut für Kunstgeschichte

Universitätsplatz 3/II
8010 Graz

Telefon:+43 316 380 - 2400

Donnerstag 15:00 - 16:00 Uhr

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