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Kunst zwischen Szene und Szenario

Das Forschungsprojekt „Kunst zwischen Szene und Szenario“ perspektiviert den Zusammenhang der Verwendung von Verkörperungs-und Raumtheorien mit Object-Oriented Philosophy in der Kunstgeschichte der Gegenwart, um zu einer – neuen – Methodik zu gelangen, die eine umfassende Analyse von Raumvorstellungen in der Gegenwartskunst erlaubt. Eine Konstellation, die in dieser Form ein Desiderat der Kunstgeschichte sowohl in historischer als auch systematischer Perspektive darstellt. Ziel des Projektes ist es, Raumverhältnisse der Gegenwartskünste zu begründen und somit einen entscheidenden Beitrag zu leisten zu Erkenntnissen von Raumtheorien für die komplexen Erscheinungsformen raumbezogener Kunstwerke wie Objekt-Installationen, Video-Installationen‚ expanded sculptures’, Performances, etc.
Denn Raumkunst hat Konjunktur – wie kaum eine andere Kunstgattung haben Installationen, Environments, expandierende Skulpturen und raumbezogene Performances in den letzten 50 Jahren das Feld der Künste und der Theorie dominiert und gleichzeitig die gegenwärtige Kunstgeschichte vor die Herausforderung gestellt, neue methodische Zugriffe und theoretische Analysemodelle zu entwickeln.
Paradigmatisch stehen Raumkünste für solche Kunstformen, die sich klassischen Gattungsgrenzen zwischen statischen und bewegten Künsten, zwischen Skulptur und Performance entziehen, wie jüngst an Arbeiten von Sasha Waltz, Ragnar Kjartansson und Tino Sehgal aber durchaus bereits an historischen Position wie Trisha Brown und Yvonne Rainer zu beobachten ist, um somit ganz eigenständige Präsentationsweisen zu etablieren, deren Erscheinungsweisen in einer Konvergenz von inszeniertem und realem Raum zu suchen sind. Denn die Installation, die raumbezogene Performance, die erweiterte Skulptur – alle diese Kunstformen eint die markante Bezugnahme auf Raum, der durch das Kunstwerk selbst überhaupt erfahrbar und dessen Wahrnehmung zugleich transformiert werden soll. Das Projekt untersucht generell jene Kunstformen, die sich einer eindeutigen Zuordnung in die bislang gültigen Gattungen entziehen und erstellt eine Verortung jener Kunstformen, ohne sie wieder in starre Gattungsregister einzuziehen.
Um dies angemessen bearbeiten zu können, entwickeln die ProjektmitarbeiterInnen in den einzelnen Dissertationen einen neuen methodologischen Zugang: jenen, der das Kunstwerk als eine Konstellation zwischen Szene und Szenario versteht.
Im Zentrum dieser Neubewertung stehen die Aisthesis und die Medialität von Verkörperungsprozessen in der Gegenwartskunst, wobei in Auseinandersetzung mit den Philosophien des Neuen Realismus (insbes. Graham Harman) und ihrer aktuellen Vorläufer (wie der Actor-Network-Theorie von Bruno Latour) die Entwicklung eines alternativen, nicht subjektzentrierten raumbezogenen Wahrnehmungsmodells im Vordergrund steht, dass das Skulpturale als prozessuale Einrichtung von aisthetisch-medialen Relationen zwischen dinglichen und menschlichen Aktanten in einer Szenario fasst. In dieser Relation wird die Frage nach dem Visuellen und der Bildlichkeit insofern virulent, als phänomenologisch nicht nur bei Merleau-Ponty sondern auch schon bei Husserl das Bild als medialer Raum gedacht wird während zugleich die Installationskunst verkörperte Wahrnehmung genuin auch immer über ihre verkörperte Sichtbarkeit adressiert. Hierbei erweist sich die Klärung des Verhältnisses von Sichtbarkeit und Verkörperung ein zentrales Anliegen des Projektes. Zudem zeigt sich, dass gerade die Installationskunst sich für eine Erforschung dieses Zusammenhangs ausgesprochen gut eignet, da sie Wahrnehmung und Sichtbarkeit in einen reflexiven räumlichen Zusammenhang bringt.
 

Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Sabine Flach, Institut für Kunstgeschichte, Uni Graz

KooperationspartnerInnen:

Prof. Dr. Rosemarie Brucher, New York University

Prof. Suzanne Anker, SVA New York

Gary Sherman, SVA New York

Veranstaltungen:

Nachwuchstagung "You are in a place of indifference"

 

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr.phil.

Sabine Flach

Institut für Kunstgeschichte

Universitätsplatz 3/II
8010 Graz

Telefon:+43 316 380 - 2400

Donnerstag 15:00 - 16:00 Uhr

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