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13.06.2019 19:00 - 20:00

VeranstalterIn

Uni Graz, Kunstuni Graz, TU Graz

Veranstaltungsort

Ort: [0001020248] Hörsaal HS 01.22, Universitätsplatz 3, 2.Obergeschoß

Teilnahme

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KUWI Graz Gastvortrag: Univ.-Prof. Dr. Nicole Haitzinger: „Iokastes Töchter in den szenischen Künsten der Gegenwart. Zu performativen Akten des Sterbens auf der Bühne und anderswo“

Seit dem Studienjahr 2017/18 bietet KUWI Graz, die Kooperation der Uni Graz, KUG und TU Graz in den Kunstwissenschaften, einen interuniversitären Schwerpunkt KUWI Graz: Contemporary Arts and Culture mit jährlich wechselndem Thema an. Begleitend zum heurigen Jahresthema Performativität findet von Ende März bis Mitte Juni eine Vortragsreihe statt, die unterschiedliche Aspekte des Jahresthemas näher beleuchtet.

Die KUWI Graz lädt hiermit sehr herzlich zum dritten von insgesamt vier Vorträgen der Vortragsreihe “I don’t think I’m trying to commit suicide” (Chris Burden) Performativität in den Künsten ein:

 

Univ.-Prof. Dr. Nicole Haitzinger (Universität Salzburg): „Iokastes Töchter in den szenischen Künsten der Gegenwart. Zu performativen Akten des Sterbens auf der Bühne und anderswo

13. Juni 2019 von 19:00-20:00 Uhr im HS 01.22 (Universitätsplatz 3/2):

 

Abstract: Dieser Vortrag möchte das Eingangszitat der Vortragsreihe – „I don’t think I try to commit suicide“ von Chris Burden – in einer Art Verkehrung ernst nehmen. Einleitend werden zwei sich beinahe um das Ganze unterscheidende tragische Bühnentode vorgestellt: Iokastes Erhängen in Sophokles Oedipus Tyrannus und Iokastes Selbsttötung durch das Durchschneiden der Kehle in Euripides Phönizierinnen. Es handelt sich um eine Figur aus dem Mythos, deren Tod im attischen Theater nicht zufällig im Drama unterschiedlich profiliert wird. Schließlich werden Resonanzen von tragischen Bühnentoden erstens im Theater der Moderne und zweitens in szenischen Künsten der Gegenwart exemplarisch beleuchtet und mit drei Thesen verknüpft: (1) Suizidale Bühnentode bedingen spezifische Konstellationen von Anwesenheit und Abwesenheit, von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, die maßgeblich soziokulturell, politisch und ästhetisch bedingt sind; (2) Die szenische/performative Präsenz in den Akten der Verkörperung des Sterbens bringt dichotom konstruierte Geschlechterverhältnisse nicht nur im antiken Theater vollends durcheinander; (3) die Unterscheidbarkeit zwischen der Tötung einer Figur und der Tötung eines Körpers markiert eine (zweifelsohne stetig diskursiv und künstlerisch austarierte) Grenze zwischen Theater und Performance Art. 

 

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